Steckbrief des Autors 

Ich heiße Severin Halbritter, bin im Mai 1989 geboren und in Süddeutschland aufgewachsen. Den ganzen Tag beschäftige ich mich mit dem, was ich am meisten liebe: mit Texten. Momentan arbeite ich im Lektorat einer Content-Marketing-Agentur und sitze in jeder freien Minute an meinen Geschichten.

Bisher erschienene Bücher

Die große StadtFantasy Verlag

Kaffeeklatsch oder Kreuzverhör

Woher nehmen Sie Ihre Motivation zum Schreiben? Was treibt Sie an?

Im Lauf meines Lebens habe ich mich oft merkwürdig alleine und verloren gefühlt. Die einzige (wenn auch stille) Konstante war der bewusste Einsatz von Worten, die direkt ins Herz treffen, sowohl in der Literatur als auch in der Musik. Da ich für Letztere leider schrecklich unbegabt bin, habe ich schon sehr früh angefangen, meine eigenen Geschichten zu schreiben – weil ich hoffe, dass ich den Menschen, denen es ganz ähnlich geht wie mir, etwas zurückgeben, eine Sicherheit, vielleicht sogar einen Zufluchtsort mit meinen Welten bieten kann.

Wie entstehen die Ideen zu Ihren Büchern?

Ganz plötzlich kommt mir eine Idee in den Kopf – das kann beim Musikhören sein, beim Putzen, beim Arbeiten –, und sie will aufgeschrieben werden. Meistens sind es ganz bestimmte Szenen, die ich vor mir sehe, Szenen, die einfach da sind und die ich nach und nach in einen größeren Zusammenhang einbette. Ich kann nicht sagen, woher genau diese Bilder kommen, habe aber ganz stark die wundervollen Märchen und mittelalterlichen Epen im Verdacht, mit denen ich aufgewachsen bin.

Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zwischen Ihren bereits erschienenen und folgenden Büchern?

Auch wenn „Die Große Stadt“ mein Debüt ist, kann ich schon einmal etwas vorgreifen: Ich hoffe, dass die übrigen Bücher der Reihe, die ich bereits schreibe, einen ebenso märchenhaften Charakter haben werden. Aber natürlich ist mir eines ganz wichtig: jedem Roman seinen ganz eigenen passenden Wesenszug zu geben. Wenn ich zum Beispiel, wie jetzt im Moment, über das Rheingold schreibe, gibt es zwar keinen Rattenfänger, aber – wer weiß – vielleicht ja Drachen …

In welchem ​​Genre sind Sie zu Hause?

Ich glaube, dass man in jedem Genre zu Hause sein kann, unabhängig davon, in welchem man sein Debüt gegeben hat. Natürlich schlägt mein Herz ganz besonders für die Märchen- und Fantasy-Ecke, ich bin aber auch sehr der Horror-Literatur und der Lyrik zugetan.

Wann können Sie am besten schreiben?

Wann immer eine Idee aufs Papier gebracht werden will – ich habe da kein Mitspracherecht.

Warum sollten die Leser ausgerechnet Ihr Buch lesen?

So viel, wie mir Märchen immer gegeben haben, möchte ich mit meinen Märchen der etwas anderen Art auch zurückgeben. Meine Leser nehme ich mit auf eine fantastische Reise, die aber doch nicht der klassischen Fantasy entspricht – es ist ein mutiger Mix aus Folklore und damit verbundenem Wiedererkennungswert, Fantastik und Mittelalter, der etwas ganz Eigenes an sich hat.

Was sind Ihre Lieblingsbücher? Was mögen Sie absolut gar nicht?

Zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählen ganz klassisch die Werke Tolkiens, die vielen zu analytisch sind, zum Beispiel „Das Silmarillion“, aber auch Geschichten wie „Die Chroniken von Narnia“. Für mich sind das Romane, denen eine ganz eigene Magie anhaftet, die sich sonst nur ganz schwer finden lässt. Auch ohne mittelalterliche Literatur könnte ich nicht sein – eine Welt ohne Wolframs von Eschenbach „Parzival“ wäre möglich, aber sinnlos!
Es ist nicht so, dass ich sie nicht mag, aber: Mit Krimis und Happy-End-Liebesgeschichten kann ich persönlich gar nichts anfangen. Ich bevorzuge Geschichten, die schlecht ausgehen oder offen enden, weil ich glaube, dass diese viel wahrer sind als alles andere.

Mit welchem ​​Ihrer Protagonisten würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken gehen?

Auch wenn ich glaube, dass er ein würziges Bier bevorzugt: mit dem Rattenfänger. Ich liebe herausfordernde Gespräche, und bei ihm weiß man nie, ob er meint, was er sagt oder sagt, was er meint. Nicht einmal mir verrät er das immer.

Was war Ihr lustigster Fehler in Ihren Büchern?

Da ich oft in „Mosaiken“ schreibe, also nicht chronologisch, sondern eben so, wie mir die Szenen in den Sinn kommen, ist es manchmal schwierig, die Zeitebenen nicht aus den Augen zu verlieren. So ist es mir zum Beispiel mal passiert, dass in einer frühen Fassung meines Debüts „Die Große Stadt“ eine Figur ganz selbstverständlich „wieder“ aufgetreten ist, obwohl sie eigentlich noch gar nicht eingeführt worden war … ein Hoch auf aufmerksame Testleser! (Eigentlich habe ich diesen „Fehler“ auch nur gemacht, um zu sehen, ob sie aufpassen …)

Ihr Lieblingsspruch / Motto / Lebensweisheit

Von Lebensweisheiten oder Mottos halte ich nicht viel, weil ich die meisten mittlerweile zu floskelhaft und deshalb bedeutungslos finde. Aber mit einem Schmunzeln denke ich immer wieder gerne daran, was Robert Smith von The Cure einmal sagte: „In some cases, I quite like irritating people who need to be irritated.“

Ihre Chance! Was wollten Sie dem Leser schon immer mal mitteilen?

Ein Autor wäre nichts ohne euch – deswegen freue ich mich über jeden Leser, der seinen Fuß in meine Welt setzt. Aber passt gut auf, ihr lieben Abenteurer, wenn ihr die Große Stadt betretet: Es kann gut sein, dass sie euch so schnell nicht wieder gehen lässt …