Steckbrief des AutorsInsa Popken 

Geboren 1974, Theaterstudium, seit 2001 Arbeit in verschiedenen Funktionen am Theater und in Kulturprojekten

Bisher erschienene Bücher

 

Die Umarmung des BoxersRoman Verlag

 

Kaffeeklatsch oder Kreuzverhör

Woher nehmen Sie Ihre Motivation zum Schreiben? Was treibt Sie an?

Ich glaube ja, der größte Trumpf des Menschen ist seine Fähigkeit, Geschichten zu erzählen: Weil das eine wunderbare und schöpferische Art ist, voneinander zu lernen! Im besten Fall, versteht sich.

Ich habe jedenfalls als Kind schon mehr an Geschichten geglaubt als an die sogenannte Realität. Inzwischen glaube ich überhaupt nicht mehr an die Realität. Ich nehme mein eigenes Leben als eine Geschichte wahr, die ich mir selbst erzähle. Das macht großen Spaß. Denn alles und jeder wird zur kreativen Herausforderung.

Wie entstehen die Ideen zu Ihren Büchern?

Meistens taucht in mir ein Gedanke auf, der mich besonders interessiert. Dann vernetzt sich dieser Gedanke mit all den Geschichten, die ich gehört und gesammelt habe. Irgendwann schälen sich Figuren heraus, so wie wenn man lange in die Wolken guckt, und beginnt Bilder zu sehen. Ab einer gewissen Dichte weiß ich, dass eine neue Geschichte begonnen hat. Dann mache ich eine erste Skizze.

Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zwischen Ihren bereits erschienen und folgenden Büchern?

Also ein wirklich wesentlicher Unterschied dürfte darin bestehen, dass das erschienene Buch schon erschienen ist, während sich das folgende gerade mal in der Planungsphase befindet. Aber im Ernst: Ich interessiere mich vor allem dafür, einen eigenen Ton zu finden, eine eigen-willige Erzählsprache und also hoffe ich, dass ich mich im nächsten Buch weiter verdichten kann, konsequenter werde … und wiedererkennbar.

In welchem Genre sind Sie zu Hause?

Gegenwartsroman, wenn es so etwas wirklich geben kann …

Wann können Sie am besten schreiben?

Wenn es so weit ist, dann kann ich zu jeder Tageszeit und in jeder Umgebung schreiben. Aber zwingen kann ich mich nie und nirgendwo.

Warum sollten die Leser ausgerechnet Ihr Buch lesen?

Das sollte vielleicht ein Leser beantworten.

Was sind Ihre Lieblingsbücher? Was mögen Sie absolut gar nicht?

Ich habe, seit meine Großmutter mir das Lesen beigebracht hat, wirklich enorm viel gelesen. Das ist eine Art Sucht. Und in jeder Lebensphase gab es mindestens drei Lieblingsbücher. Wenn ich versuchen würde, die hier alle zu erwähnen, würde ich jedermanns Geduld über Gebühr strapazieren. Deshalb beschränke ich mich auf die Bücher, die in mir den Wunsch geweckt haben, selbst zu schreiben: Ich glaube, es begann mit Sylvia Plaths „Glasglocke“, obwohl es ein sehr deprimierendes Buch ist. Aber da habe ich zum ersten Mal diesen ganz unverwechselbaren „eigenen Ton“ wahrgenommen. Dann Milan Kunderas „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. Rilkes Lyrik. Garcia Marques „Hundert Jahre Einsamkeit“ stellvertretend für die gewaltige Erzählkunst vieler südamerikanischer Schriftsteller. Und in neuster Zeit Tilman Rammstedts „Wir bleiben in der Nähe“ – wegen seine wunderbaren Lakonie.

Wenn ich etwas überhaupt gar nicht mag, dann beschäftige ich mich damit eigentlich nie lang genug, um etwas Interessantes dazu zu sagen.

Mit welchem Ihrer Protagonisten würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken gehen?

Mit Agathe, der verschollen geglaubten Mutter der Protagonistin, die sich ihr halbes Leben wegen einer bipolaren Störung in einem Wohnheim für psychisch Kranke versteckt hat.

Was war Ihr lustigster Fehler in Ihren Büchern?

Ehrlich gesagt, mache ich jeden Tag so viele lustige Dinge, die andere vielleicht als Fehler bezeichnen würden, dass ich mich immer nur gerade an den letzten erinnere. Und der hatte nichts mit einem Buch zu tun.

Ihr Lieblingsspruch/Motto/Lebensweisheit

Milan Kundera: „Wie ich schon gesagt habe, werden Romanpersonen nicht wie lebendige Menschen aus einem Mutterleib, sondern aus einer Situation, einem Satz, einer Metapher geboren, in deren Kern eine Möglichkeit des Menschen verborgen liegt, von der der Autor meint, dass sie noch nicht entdeckt oder dass noch nichts Wesentliches darüber gesagt worden sei.“

Ihre Chance! Was wollten Sie dem Leser schon immer mal mitteilen?

Schön, dass es Dich gibt!

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